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...etwa 10-15%
der Magersüchtigen
sterben an den
Folgen
ihrer Erkrankung...
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Die Magersucht hat
vielfältige psychische
Folgen...
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Häufigkeit
Anorexia nervosa kommt in modernen Ländern, in denen Nahrung im Überfluss
vorhanden ist, viel häufiger vor als in armen Ländern. Besonders
in den Gesellschaften, wo ein Schlankheitsideal ausgeprägt ist, leiden
mehr Menschen unter Magersucht. Mehr als 80% der Betroffenen sind Mädchen
und Frauen, jedoch scheint es, als sei der Anteil der anorektischen Männer
in den letzten Jahrzehnten gestiegen.
Bei heranwachsenden Mädchen und jungen Frauen liegt die Häufigkeit
dieser Erkankung bei knapp 1%, d.h. fast jede 100. heranwachsende Frau
leidet unter Anorexia nervosa.
Weit häufiger noch kommt es vor, dass junge Frauen unter einem großen
Teil der typischen magersüchtigen Merkmale leiden, also auch erheblich
essgestört sind, auch wenn sie nicht immer alle diagnostischen Kriterien
erfüllen. Die genaue Häufigkeit bei Jungen und Männern
kann nur geschätzt werden, sie ist deutlich niedriger, exakte Zahlen
liegen bisher nicht vor.
Verlauf
Bei den meisten von Magersucht Betroffenen beginnt die Krankheit während
oder kurz nach der Pubertät. In den letzten Jahren mehren sich Hinweise,
dass auch sehr junge Mädchen im Alter von 10-12 Jahren schon magersüchtiges
Verhalten entwickeln. Oft ist der Beginn der Essstörung mit belastenden
Ereignissen verbunden, z.B. Konflikte in der Familie, Scheidung der Eltern,
Wohnortwechsel, Studienbeginn oder andere einschneidende Veränderungen
in der gewohnten Umgebung.
Der weitere Verlauf der Erkrankung kann sehr unterschiedlich sein. Einige
überwinden die Störung nach nur einer Episode, die allerdings
mehrere Monate oder sogar Jahre dauern kann. Andere erleben über
viele Jahre einen Wechsel von Gewichtsabnahme und -zunahme.
Wieder andere entwickeln bulimische Symptome und überwinden zwar
die Magersucht, leiden dann aber unter Bulimia
nervosa. Und ein nicht geringer Teil entwickelt eine chronische Anorexie,
d.h. nimmt weiter ab und bleibt über viele Jahre stark untergewichtig.
Langfristig schaffen es nur wenige Betroffene, die Magersucht aus eigener
Kraft zu überwinden; viele entwickeln eine dauerhafte Essstörung,
und etwa 10-15% der Magersüchtigen sterben an den Folgen ihrer Erkrankung.
Damit ist die Anorexie die tödlichste psychische Störung, die
wir kennen. Sehr häufig sind zusätzliche psychische Störungen
zu beobachten, wie z. B. Depressionen, Zwangssymptome, Ängste, zumeist
als Folge der Essstörung, manchmal als zusätzliche Komplikation
oder auch als eine von vielen Ursachen.
Folgen
Jede Magersucht hat ausgeprägte körperliche und psychische Folgen.
Auffälligste körperliche Folge der Anorexia nervosa ist das
Untergewicht. Die Mangelernährung beeinträchtigt die meisten
wichtigen Organe und kann eine Vielzahl von Symptomen hervorrufen. Auch
das absichtliche Erbrechen, der exzessive Sport und der Missbrauch von
Abführ- und Entwässerungsmitteln können erhebliche Störungen
verursachen. Fast immer sind krankhafte Veränderungen im Blutbild
(Anämie) und andere auffällige Laborbefunde zu beobachten (zuviel
Cholesterin, erhöhter Blut-Harnstoff-Stickstoff, erhöhte Leberwerte).
Besonders besorgniserregend sind die Veränderungen im Elektrolythaushalt,
die zu sehr ernsthaften Störungen des Kreislaufsystems und der Nierenfunktionen
führen können. Die hormonellen Änderungen und Störungen
sind vielfältig und betreffen v.a. die reproduktiven Funktionen,
haben aber auch erhebliche Auswirkungen auf andere Organsysteme, u.a.
den Hirnstoffwechsel. Krankhafte Befunde finden sich im EKG und im EEG,
auch in der Computertomographie des Gehirns lassen sich ausgeprägte
Veränderungen des Gehirnvolumens bei magersüchtigen Patienten
nachweisen.
Ausgeprägte körperliche Beschwerden sind die Folge: Auszehrung,
Hauttrockenheit, Änderungen der Hautbehaarung ("Lanugo"),
verlangsamter Herzschlag, Ödeme, Hautverfärbungen, Schwellungen
der Ohrspeicheldrüsen, Erosion des Zahnschmelzes (bei Erbrechen),
niedriger Blutdruck, Herzrhythmusstörungen und – besonders schwerwiegend,
weil nicht rückgängig zu machen – Osteoporose.
Psychische Folgen der Magersucht sind depressive Verstimmungen, Konzentrationsstörungen,
Leistungsabfall, Zwangsverhalten, rigides Denken, soziale Isolierung,
Ängste vor Öffentlichkeit, Einschränkung der emotionalen
Erlebnisfähigkeit.
Nicht wenige der Betroffenen, die unter langdauernder Magersucht leiden,
entwickeln so starke Depressionen, dass es zu Selbstmordversuchen kommt.
Auch die familiären und sozialen Folgen der Anorexia nervosa sind
gravierend. Die meisten Familien sind schnell überfordert mit der
Situation des erkrankten Familienmitglieds, es kommt zu Spannungen und
Konflikten, die die Problematik der Patientin weiter verschärfen
können.
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