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Angststörungen
sind häufig.
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Häufigkeit
Panikstörungen, also massive und wiederholte Angstattacken mit und
ohne Agoraphobie, treten bei ca. 4% der Bevölkerung auf. Soziale
Phobien sind viel häufiger, bis zu 10% der Bevölkerung sind
irgendwann in ihrem Leben davon betroffen. Soziale Ängste stellen
für viele Menschen ein großes Problem dar, weil sie sich infolge
ihrer Ängste immer weiter aus ihrem normalen sozialen Leben zurückziehen
müssen.
Einfache Phobien sind ähnlich häufig, allerdings fühlen
sich viele Betroffene dadurch nicht so beeinträchtigt wie durch Panikstörungen
oder soziale Phobien. Dagegen bedeuten generalisierte Angststörungen,
die etwa 5% der Bevölkerung betreffen, meist erheblich Einschränkungen
des Alltags. Insgesamt gehören Angststörungen zu den häufigsten
psychischen Störungen. Sie können jeden Menschen, unabhängig
von Herkunft, Ausbildung, Kultur und Beruf betreffen. Frauen sind von
Panikstörungen etwa doppelt so häufig wie Männer betroffen.
Verlauf
Die Schwere und die Ausprägung der jeweiligen Angststörung kann
stark variieren. Manche erleiden Panikattacken, die nur alle paar Tage
oder einmal pro Woche auftreten, das allerdings über lange Zeiträume,
z.B. mehrere Monate lang. Andere leiden über Monate jeden Tag unter
ihren Ängsten, um dann wieder für längere Zeit davon verschont
zu bleiben.
Die meisten Angststörungen beginnen im jungen Erwachsenenalter, d.h.
zwischen dem 25. und 35. Lebensjahr. Bei einigen Menschen treten solche
Ängste schon in der Kindheit auf, besonders wenn es sich um soziale
Phobien handelt. Nur bei wenigen beginnen Angststörungen erst nach
dem 45. Lebensjahr. Meistens verlaufen Angststörungen chronisch,
d.h. die Ängste nehmen im Verlauf zu, schwanken manchmal in ihrer
Intensität, das Krankheitsbild ändert sich aber insgesamt wenig.
Eher selten ist es, dass die Angststörungen für einige Jahre
ganz von allein verschwinden, um dann wiederzukehren.
Viele Menschen schämen sich wegen ihrer Ängste oder wissen die
Symptome nicht einzuordnen. Deshalb werden Angststörungen oft erst
sehr spät als solche erkannt. Im Durchschnitt dauert es 7
Jahre, bis eine Angsterkrankung richtig diagnostiziert wird. Es ist deshalb
leider auch heute noch die Ausnahme, dass Angststörungen rechtzeitig
und mit geeigneten Therapien behandelt werden.
Folgen
Viele Menschen, die unter Angststörungen leiden, führen die
Ängste auf eigenes Versagen oder charakterliche Schwächen zurück,
machen sich Selbstvorwürfe und fühlen sich entsprechend demoralisiert,
was auch Auswirkungen auf Lebensbereiche haben kann, die ursprünglich
nichts mit den Ängsten zu tun hatten. Das Selbstvertrauen sinkt,
soziale Kontakte werden eingeschränkt, die Stimmung wird zunehmend
bedrückt und die Situation erscheint mit der Zeit immer auswegloser.
So wundert es nicht, dass mehr als die Hälfte von Patienten mit Angststörungen
auch über Depressionen klagen, sich noch mehr zurückziehen und
zunehmend verzweifelt werden. Nicht selten versuchen Betroffene ihre Ängste
mit Alkohol zu bekämpfen, Suchterkrankungen sind deshalb als Folge
von Angststörungen häufige Begleiterscheinungen.
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