CHRISTOPH-DORNIER-KLINIK FÜR PSYCHOTHERAPIE
 


DIE DIAGNOSEN DER ANGSTSTÖRUNGEN

   

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die psychiatrische Vereinigung der USA haben in den letzten Jahren sehr genaue Kriterien entwickelt, die eine zuverlässige und präzise Erkennung von Angsterkrankungen ermöglichen. In der sog. ICD-10 (10. Revision der International Classification of Diseases) der WHO und im sog. DSM-IV (4. Auflage des Diagnostischen und Statistischen Manuals psychischer Störungen) der Amerikanischen psychiatrischen Vereinigung sind die unterschiedlichen Angststörungen genau beschrieben.

 


Allen

Angststörungen ist

gemeinsam, dass

Betroffene unter

den Symptomen

sehr leiden...

 
 


Panikstörung mit Agoraphobie

Die Betroffenen leiden unter Panikattacken, die mit heftigen körperlichen Reaktionen, sehr unangenehmen Gefühlen und starken Befürchtungen einhergehen.

Diese Panikattacken treten an bestimmten Orten auf, aus denen eine Flucht schwierig oder peinlich sein könnte und wo keine direkte Hilfe erwartet wird.

Diese Situationen werden weitgehend vermieden oder nur in Begleitung oder mit Hilfe von Beruhigungsmitteln oder anderen Hilfsmitteln aufgesucht.

   
  Panikstörung (ohne Agoraphobie)

Es treten wiederholt unerwartete Panikattacken auf, die mit heftigen körperlichen Reaktionen, sehr unangenehmen Gefühlen und starken Befürchtungen einhergehen.

Die Angst bezieht sich nicht auf bestimmte Orte, sondern kann jederzeit und überall wie aus heiterem Himmel auftreten. Die Angst bleibt unvorhersehbar.

Die Betroffenen können keine besonderen Situationen vermeiden, sie machen sich große Sorgen wegen dieser Panikattacken.

   
  Agoraphobie (ohne Panikattacken)

Die Betroffenen haben vor allem Angst vor Orten, in denen eine Flucht schwierig oder peinlich sein könnte, und wo keine direkte Hilfe erwartet wird.

Diese Situationen werden weitgehend vermieden oder nur in Begleitung oder mit Hilfe von Beruhigungsmitteln oder anderen Hilfsmitteln aufgesucht.

Panikattacken treten, wenn überhaupt, nicht in voller Ausprägung auf. Es dominiert die Angst vor der Angst.

   
  Soziale Phobie

Die Betroffenen haben große Angst vor sozialen oder Leistungssituationen, in denen sie im Mittelpunkt stehen, durch andere beurteilt werden, sich blamieren oder versagen könnten.

In solchen Situationen äußert sich die Angst fast immer in Form von starken körperlichen, emotionalen und gedanklichen Angstreaktionen.

Die gefürchteten Situationen werden weitgehend vermieden, auch wenn die Betroffenen wissen, dass ihre Angst vor dem Versagen übertrieben ist.

   
  Spezifische (einfache) Phobie

Die Betroffenen haben Angst vor bestimmten Objekten oder Situationen (z.B. Tiere, Höhen, Blut sehen, Fliegen).

Die Konfrontation mit diesen Objekten bzw. Situationen ruft fast immer starke körperliche, emotionale und gedankliche Angstreaktionen hervor.

Die Person weiß, dass die Angst übertrieben ist, versucht aber dennoch, die Konfrontation mit den angstauslösenden Objekten oder Situationen zu vermeiden.

   
  Generalisierte Angststörung

Die Betroffenen leiden unter übermäßiger Sorge, die sich auf verschiedene Ereignisse oder Tätigkeiten (z.B. Arbeit) bezieht, eigentlich dauernd vorhanden ist und wenigstens 6 Monate anhält.

Die Sorgen treten selten in Form einzelner Panikattacken auf, sondern sind ständig präsent und können kaum kontrolliert oder abgestellt werden.

Die Sorgen gehen mit Symptomen wie Ruhelosigkeit, Ermüdbarkeit, Konzentrationsproblemen, Reizbarkeit, Anspannung und Schlafstörungen einher.

 
     
 

Allen Angststörungen ist gemeinsam, dass die Betroffenen sehr unter den beschriebenen Merkmalen und Symptomen leiden und dadurch in ihrer Lebensführung erheblich beeinträchtigt sind. Die meisten ziehen sich aus ihrem gewohnten Leben zurück, viele isolieren sich, die Arbeitsfähigkeit wird eingeschränkt, häufige Folgen sind Belastungen in Partnerschaften, oft auch Missbrauch von Suchtmitteln (Alkohol, Beruhigungsmittel), Depressionen, Selbstmordgedanken.

Es gibt neben den hier beschriebenen Angststörungen noch weitere psychische Krankheiten, bei denen ähnliche Angstsymptome auftreten, z.B. bei den sog. Anpassungsstörungen, die oft durch Lebenskrisen (Verlust des Arbeitsplatzes, Verlust des Partners) hervorgerufen werden. Auch bei Zwangsstörungen, postraumatischen Belastungsstörungen oder auch Depressionen findet man teilweise ähnliche Merkmale, aber auch wichtige Unterschiede, die eine spezielle Therapie erfordern. Diese Störungen werden deshalb in gesonderten Abschnitten beschrieben.

Damit im Einzelfall die Diagnose gestellt werden kann, muss auch ausgeschlossen werden, dass die Symptome nicht durch andere psychische oder körperliche Krankheiten ausgelöst werden. Die hier aufgeführten diagnostischen Kriterien können deshalb nur eine erste Orientierung geben und sind nicht geeignet, im Einzelfall eine sichere Diagnose zu stellen. Eine genaue und zuverlässige Diagnose, die Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist, kann nur von Spezialisten (Psychotherapeut oder Psychiater) und nur nach sorgfältiger Untersuchung gestellt werden!

 

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