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DIE DIAGNOSEN DER ANGSTSTÖRUNGEN |
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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die psychiatrische Vereinigung
der USA haben in den letzten Jahren sehr genaue Kriterien entwickelt,
die eine zuverlässige und präzise Erkennung von Angsterkrankungen
ermöglichen. In der sog. ICD-10
(10. Revision der International Classification of Diseases) der WHO und
im sog. DSM-IV (4. Auflage des Diagnostischen
und Statistischen Manuals psychischer Störungen) der Amerikanischen
psychiatrischen Vereinigung sind die unterschiedlichen Angststörungen
genau beschrieben.
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Allen
Angststörungen
ist
gemeinsam, dass
Betroffene unter
den Symptomen
sehr leiden...
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Panikstörung mit Agoraphobie
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Die Betroffenen leiden unter Panikattacken, die mit heftigen körperlichen
Reaktionen, sehr unangenehmen Gefühlen und starken Befürchtungen
einhergehen.
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Diese Panikattacken treten an bestimmten Orten auf, aus denen
eine Flucht schwierig oder peinlich sein könnte und wo keine
direkte Hilfe erwartet wird.
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Diese Situationen werden weitgehend vermieden oder nur in Begleitung
oder mit Hilfe von Beruhigungsmitteln oder anderen Hilfsmitteln
aufgesucht.
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Panikstörung
(ohne Agoraphobie) |
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Es treten wiederholt unerwartete Panikattacken auf, die mit heftigen
körperlichen Reaktionen, sehr unangenehmen Gefühlen und
starken Befürchtungen einhergehen.
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Die Angst bezieht sich nicht auf bestimmte Orte, sondern kann jederzeit
und überall wie aus heiterem Himmel auftreten. Die Angst bleibt
unvorhersehbar.
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Die Betroffenen können keine besonderen Situationen vermeiden,
sie machen sich große Sorgen wegen dieser Panikattacken.
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Agoraphobie (ohne
Panikattacken) |
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Die Betroffenen haben vor allem Angst vor Orten, in denen eine
Flucht schwierig oder peinlich sein könnte, und wo keine direkte
Hilfe erwartet wird.
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Diese Situationen werden weitgehend vermieden oder nur in Begleitung
oder mit Hilfe von Beruhigungsmitteln oder anderen Hilfsmitteln
aufgesucht.
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Panikattacken treten, wenn überhaupt, nicht in voller Ausprägung
auf. Es dominiert die Angst vor der Angst.
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Soziale Phobie |
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Die Betroffenen haben große Angst vor sozialen oder Leistungssituationen,
in denen sie im Mittelpunkt stehen, durch andere beurteilt werden,
sich blamieren oder versagen könnten.
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In solchen Situationen äußert sich die Angst fast immer
in Form von starken körperlichen, emotionalen und gedanklichen
Angstreaktionen.
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Die gefürchteten Situationen werden weitgehend vermieden,
auch wenn die Betroffenen wissen, dass ihre Angst vor dem Versagen
übertrieben ist.
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Spezifische (einfache)
Phobie |
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Die Betroffenen haben Angst vor bestimmten Objekten oder Situationen
(z.B. Tiere, Höhen, Blut sehen, Fliegen).
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Die Konfrontation mit diesen Objekten bzw. Situationen ruft fast
immer starke körperliche, emotionale und gedankliche Angstreaktionen
hervor.
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Die Person weiß, dass die Angst übertrieben ist, versucht
aber dennoch, die Konfrontation mit den angstauslösenden Objekten
oder Situationen zu vermeiden.
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Generalisierte Angststörung
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Die Betroffenen leiden unter übermäßiger Sorge,
die sich auf verschiedene Ereignisse oder Tätigkeiten (z.B.
Arbeit) bezieht, eigentlich dauernd vorhanden ist und wenigstens
6 Monate anhält.
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Die Sorgen treten selten in Form einzelner Panikattacken auf, sondern
sind ständig präsent und können kaum kontrolliert
oder abgestellt werden.
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Die Sorgen gehen mit Symptomen wie Ruhelosigkeit, Ermüdbarkeit,
Konzentrationsproblemen, Reizbarkeit, Anspannung und Schlafstörungen
einher.
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Allen Angststörungen ist gemeinsam, dass die Betroffenen sehr unter
den beschriebenen Merkmalen und Symptomen leiden und dadurch in ihrer
Lebensführung erheblich beeinträchtigt sind. Die meisten ziehen
sich aus ihrem gewohnten Leben zurück, viele isolieren sich, die
Arbeitsfähigkeit wird eingeschränkt, häufige Folgen sind
Belastungen in Partnerschaften, oft auch Missbrauch von Suchtmitteln (Alkohol,
Beruhigungsmittel), Depressionen, Selbstmordgedanken.
Es gibt neben den hier beschriebenen Angststörungen noch weitere
psychische Krankheiten, bei denen ähnliche Angstsymptome auftreten,
z.B. bei den sog. Anpassungsstörungen, die oft durch Lebenskrisen
(Verlust des Arbeitsplatzes, Verlust des Partners) hervorgerufen werden.
Auch bei Zwangsstörungen,
postraumatischen Belastungsstörungen
oder auch Depressionen
findet man teilweise ähnliche Merkmale, aber auch wichtige Unterschiede,
die eine spezielle Therapie erfordern. Diese Störungen werden deshalb
in gesonderten Abschnitten beschrieben.
Damit im Einzelfall die Diagnose gestellt werden kann, muss auch ausgeschlossen
werden, dass die Symptome nicht durch andere psychische oder körperliche
Krankheiten ausgelöst werden. Die hier aufgeführten diagnostischen
Kriterien können deshalb nur eine erste Orientierung geben und sind
nicht geeignet, im Einzelfall eine sichere Diagnose zu stellen. Eine genaue
und zuverlässige Diagnose, die Voraussetzung für eine erfolgreiche
Behandlung ist, kann nur von Spezialisten (Psychotherapeut oder Psychiater)
und nur nach sorgfältiger Untersuchung gestellt werden!
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© CDK CHRISTOPH-DORNIER-KLINIK GmbH, 2009
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